Haustür richtig ausmessen – einfach erklärt
Wer eine neue Haustür plant und diese selbst einbauen möchte, sollte im ersten Schritt die vorhandene Öffnung sorgfältig vermessen. Nur wenn die Maße korrekt ermittelt werden, kann die Tür später passgenau gefertigt und fachgerecht montiert werden.
Beim Aufmaß kommt es auf Details an. Schon kleine Abweichungen oder eine falsch gewählte Bezugskante können dazu führen, dass das ermittelte Maß nicht zur tatsächlichen Einbausituation passt.
Mit dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie beim Aufmaß achten sollten – bei der Sanierung ebenso wie im Neubau.
Wichtiger Hinweis
Diese Anleitung hilft Ihnen dabei, die vorhandene Tür- oder Maueröffnung korrekt zu erfassen. Das gemessene Öffnungsmaß ist jedoch nicht automatisch das endgültige Bestellmaß. Erforderliche Montagefugen, Rahmenverbreiterungen und Abzüge richten sich nach dem jeweiligen Türsystem und den Vorgaben des Herstellers. Prüfen Sie deshalb zusätzlich immer die Maßangaben des konkreten Produkts.
Vorbereitung und Hilfsmittel
Bevor Sie mit dem eigentlichen Aufmaß beginnen, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über die vorhandene Einbausituation verschaffen. Entscheidend ist, ob eine bestehende Haustür ersetzt werden soll oder ob die neue Haustür in eine noch unfertige Rohbauöffnung eingebaut wird.
Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf vorhandene Bauunterlagen. Gerade bei Bestandsgebäuden oder nach Umbauten können die tatsächlichen Maße von alten Plänen abweichen. Führen Sie das Aufmaß deshalb immer direkt an der vorhandenen Öffnung durch.
Prüfen Sie außerdem, ob Boden, seitliche Laibungen und die obere Begrenzung der Öffnung gerade verlaufen. Größere Unebenheiten oder deutlich unterschiedliche Maße sollten bereits vor der Bestellung berücksichtigt werden.
Das benötigen Sie
- Maßband oder Zollstock
- Papier und Stift
- Wasserwaage
- bei größeren Öffnungen eine zweite Person
- eine einfache Maßskizze
Eine einfache Maßskizze erstellen
Eine einfache Handskizze reicht vollkommen aus. Sie muss keine technische Zeichnung sein. Entscheidend ist nur, dass Sie die gemessenen Werte später eindeutig zuordnen können.
Diese Angaben sollten Sie festhalten
Zeichnen Sie die Türöffnung grob als Rechteck und ergänzen Sie nur die Angaben, die Sie für die spätere Bestellung benötigen.
- Breite der Türöffnung
- Höhe der Türöffnung
- Position des Türgriffs
- gewünschte Öffnungsrichtung
- Innen- und Außenseite
- Besonderheiten bei Schwelle oder Boden
- Datum der Messung
Ausmessen bei der Sanierung
Wenn Sie eine bestehende Haustür ersetzen möchten, erfolgt das Aufmaß direkt an der vorhandenen Öffnung beziehungsweise an der später verfügbaren Einbausituation. Messen Sie nicht das vorhandene Türblatt.
Prüfen Sie außerdem, ob sich Innen- und Außenseite durch Schwellen, Bodenbeläge, Putz oder Verkleidungen unterscheiden. Größere Unterschiede sollten getrennt notiert und vor der Bestellung geprüft werden.
Sofern beim ausgewählten Haustürsystem keine abweichenden Vorgaben angegeben sind, wird vom kleinsten gemessenen Öffnungsmaß ein Montagespielraum abgezogen. Beachten Sie deshalb immer auch die Maßangaben des konkreten Produkts.
Türhöhe richtig messen
Messen Sie die Höhe der Türöffnung auf der Innenseite von der maßgeblichen unteren Bezugskante bis zur oberen Begrenzung der Öffnung. Die untere Bezugskante ist in der Regel der fertige Fußboden beziehungsweise die vorhandene Schwellenhöhe.
- Höhe links und rechts messen
- bei Bedarf zusätzlich in der Mitte kontrollieren
- alle Werte in Millimetern notieren
- den kleinsten gemessenen Wert verwenden
- vom kleinsten Maß 10 mm Montagespielraum abziehen
Bestellhöhe = kleinstes gemessenes Höhenmaß minus 10 mm
Wiederholen Sie die Messung bei Bedarf auf der Außenseite – vom Außenbelag beziehungsweise der äußeren Schwelle bis zur Oberkante der Öffnung.
Falls sich Innen- und Außenmaß deutlich unterscheiden, sollte die Einbausituation vor der Bestellung genauer geprüft werden.
Türbreite richtig messen
Messen Sie die Breite zwischen den seitlichen Begrenzungen der relevanten Türöffnung. Da die Laibungen nicht immer vollständig parallel verlaufen, sollte die Breite an mehreren Stellen kontrolliert werden.
- Breite oben, in der Mitte und unten messen
- das Maßband gerade und waagerecht führen
- alle Werte in Millimetern notieren
- den kleinsten gemessenen Wert verwenden
- vom kleinsten Maß 20 mm Montagespielraum abziehen
Bestellbreite = kleinstes gemessenes Breitenmaß minus 20 mm
Durch den Abzug von insgesamt 20 mm verbleiben rechnerisch rund 10 mm Montagespielraum auf jeder Seite.
Beispiel für eine Sanierung
Türbreite
Breite oben: 1.340 mm
Breite Mitte: 1.335 mm
Breite unten: 1.330 mm
Kleinstes Maß: 1.330 mm
1.330 mm minus 20 mm = 1.310 mm Bestellbreite
Türhöhe
Höhe links: 2.095 mm
Höhe Mitte: 2.093 mm
Höhe rechts: 2.092 mm
Kleinstes Maß: 2.092 mm
2.092 mm minus 10 mm = 2.082 mm Bestellhöhe
Ausmessen beim Neubau
Im Neubau wird in der Regel an der vorhandenen Rohbau- oder Maueröffnung gemessen. Neben Breite und Höhe müssen dabei auch der spätere Bodenaufbau, noch fehlender Putz und geplante Verkleidungen berücksichtigt werden.
Die aktuell sichtbare Rohbauöffnung entspricht deshalb nicht zwangsläufig der später tatsächlich verfügbaren Einbausituation. Messen Sie immer mehrfach und verwenden Sie das jeweils kleinste gemessene Maß als Grundlage.
Sofern beim ausgewählten Haustürsystem keine abweichenden Vorgaben angegeben sind, werden von der kleinsten gemessenen Breite und Höhe jeweils 20 mm Montagespielraum abgezogen.
Türhöhe im Neubau messen
Messen Sie die Höhe der Maueröffnung vom Rohboden bis zur oberen Begrenzung der Öffnung. Die spätere Höhe des fertigen Fußbodens wird zusätzlich separat erfasst.
- Höhe links und rechts messen
- bei Bedarf zusätzlich in der Mitte kontrollieren
- alle Werte in Millimetern notieren
- den kleinsten gemessenen Wert verwenden
- vom kleinsten Maß 20 mm Montagespielraum abziehen
Bestellhöhe = kleinstes gemessenes Höhenmaß minus 20 mm
Türbreite im Neubau messen
Messen Sie die Breite zwischen den seitlichen Begrenzungen der Rohbauöffnung. Beachten Sie dabei, ob später noch Putz, Dämmmaterialien oder Verkleidungen hinzukommen.
- Breite oben, in der Mitte und unten messen
- das Maßband gerade und waagerecht führen
- alle Werte in Millimetern notieren
- den kleinsten gemessenen Wert verwenden
- vom kleinsten Maß 20 mm Montagespielraum abziehen
Bestellbreite = kleinstes gemessenes Breitenmaß minus 20 mm
Bodenaufbau und Rahmenanpassung berücksichtigen
Vom Rohboden bis zum fertigen Fußboden können noch mehrere Schichten hinzukommen, beispielsweise Dämmung, Fußbodenheizung, Estrich, Kleber und der spätere Bodenbelag.
Ermitteln Sie die geplante Gesamthöhe des Bodenaufbaus und notieren Sie diesen Wert separat. Sofern beim ausgewählten Türsystem keine abweichenden Vorgaben gelten, ziehen Sie davon 10 mm ab.
Das Ergebnis entspricht der benötigten Rahmenanpassung beziehungsweise Rahmenverbreiterung im unteren Bereich.
Rahmenanpassung = geplanter Bodenaufbau minus 10 mm
Beispiel für einen Neubau
Türhöhe
Kleinste gemessene Rohbauhöhe: 2.100 mm
2.100 mm minus 20 mm = 2.080 mm Bestellhöhe
Türbreite
Kleinste gemessene Rohbaubreite: 1.280 mm
1.280 mm minus 20 mm = 1.260 mm Bestellbreite
Bodenaufbau
Geplanter Bodenaufbau: 160 mm
160 mm minus 10 mm = 150 mm Rahmenanpassung
Öffnungsrichtung bestimmen
Neben den Maßen muss festgelegt werden, in welche Richtung sich die neue Haustür öffnen soll. Entscheidend sind die Öffnung nach innen oder außen sowie die Seite, auf der sich die Türbänder befinden.
Die Bezeichnungen DIN links und DIN rechts richten sich nach einer festgelegten Betrachtungsweise. Orientieren Sie sich deshalb immer an der Darstellung im Konfigurator oder in den Produktunterlagen des ausgewählten Türsystems.
Häufige Fehler vermeiden
Beim Aufmaß entstehen Fehler häufig nicht durch komplizierte Berechnungen, sondern durch eine falsche Bezugskante oder eine unvollständige Messung.
- nur an einer einzigen Stelle messen
- das Türblatt statt der Türöffnung messen
- alte Baupläne ungeprüft übernehmen
- Werte in Zentimetern statt Millimetern notieren
- Breite und Höhe miteinander verwechseln
- das größte statt des kleinsten Maßes verwenden
- Innen- und Außenseite nicht unterscheiden
- den Bodenaufbau im Neubau vergessen
- Öffnungsrichtung oder Griffseite falsch angeben
- pauschale Abzüge ohne Produktvorgabe übernehmen
6. Checkliste vor der Bestellung
Prüfen Sie vor Abschluss der Bestellung noch einmal, ob Sie alle erforderlichen Angaben vollständig erfasst haben.
- Einbausituation als Sanierung oder Neubau bestimmt
- Breite an mehreren Stellen gemessen
- Höhe an mehreren Stellen gemessen
- Alle Werte in Millimetern notiert
- Kleinste gemessene Breite festgestellt
- Kleinste gemessene Höhe festgestellt
- Innen- und Außenseite bei Bedarf verglichen
- Öffnungsrichtung festgehalten
- Position des Türgriffs geprüft
- Bodenaufbau im Neubau berücksichtigt
- Fehlenden Putz oder Verkleidungen berücksichtigt
- Herstellerangaben zum Bestellmaß geprüft
FAQs
Nein. Das kleinste gemessene Maß bildet zunächst die Grundlage für die weitere Berechnung. Sofern beim ausgewählten Haustürsystem keine abweichenden Vorgaben gelten, werden davon die vorgesehenen Montageabstände abgezogen. Maßgeblich sind immer die technischen Angaben des konkreten Produkts.
Messen Sie die Breite oben, in der Mitte und unten. Die Höhe messen Sie links und rechts sowie bei Bedarf zusätzlich in der Mitte. Verwenden Sie für die weitere Berechnung jeweils den kleinsten gemessenen Wert.
Notieren Sie alle Maße in Millimetern. Dadurch vermeiden Sie Umrechnungsfehler und können Ihre Werte direkt mit den Angaben im Konfigurator oder in den technischen Unterlagen vergleichen.
Das ist sinnvoll, wenn sich Fußbodenhöhe, Schwelle, Putz oder Verkleidung auf beiden Seiten unterscheiden. Notieren Sie Innen- und Außenmaße getrennt. Bei deutlichen Abweichungen sollte die Einbausituation vor der Bestellung genauer geprüft werden.
Im Neubau wird von der Rohbauöffnung aus gemessen. Zusätzlich müssen der geplante Bodenaufbau, noch fehlender Putz und mögliche Verkleidungen berücksichtigt werden, da sie die spätere Einbausituation verändern.
Türöffnungen sind nicht immer vollständig gerade oder rechtwinklig. Würde das größte gemessene Maß verwendet, könnte der neue Türrahmen an einer engeren Stelle nicht in die Öffnung passen.
Nur sofern beim ausgewählten Türsystem keine abweichenden Vorgaben gelten. Bei der Sanierung werden in dieser Anleitung 10 mm von der kleinsten Höhe und 20 mm von der kleinsten Breite abgezogen. Im Neubau werden jeweils 20 mm von Breite und Höhe abgezogen.
Notieren Sie die geplante Gesamthöhe aus Dämmung, Estrich, Kleber und Bodenbelag. Sofern keine abweichenden Produktvorgaben gelten, wird davon 10 mm abgezogen. Das Ergebnis dient als Grundlage für die benötigte Rahmenanpassung im unteren Bereich.
Messen Sie trotzdem an mehreren Stellen und notieren Sie jeweils den kleinsten Wert. Bei größeren Abweichungen sollte vor der Bestellung geprüft werden, ob die Öffnung baulich vorbereitet oder ausgeglichen werden muss.
Stellen Sie sich auf die Seite der Tür, zu der sich das Türblatt öffnet. Sind die sichtbaren Türbänder links, handelt es sich um DIN links. Befinden sich die Türbänder rechts, ist es DIN rechts. Orientieren Sie sich zusätzlich immer an der Darstellung im jeweiligen Konfigurator.
Alte Baupläne können als Orientierung dienen, sollten aber nicht ungeprüft übernommen werden. Maßgeblich ist immer die tatsächlich vorhandene Tür- oder Maueröffnung vor Ort.
Das Öffnungsmaß beschreibt die vorhandene Tür- oder Maueröffnung. Das Bestellmaß ist das Maß, in dem die neue Haustür gefertigt wird. Es ist in der Regel kleiner, damit ausreichend Platz für Ausrichtung, Befestigung und Abdichtung bleibt.